Deltaclub Interlaken

Delta- und Gleitschirmclub Interlaken

Röbi der Traumflieger

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Was bisher geschah: Eine dreizehnmonatige Reise rund um den Globus, bestätigt den beiden Teilnehmenden, dass sie auch im Full Contact Modus ansprechend harmonieren.

Nach der gemeinsam als Skilehrer in Valbella verbrachten Wintersaison 83 /84, die unromantisch der Entschärfung der Finanzlage gewidmet wird, beschliesst

 

Sie: Den von Geburt auf in ihren Genen steckenden Reisevirus weiter zu kultivieren und mit ihrer Schwester und zwei Cousinen, insgesamt sprechen wir also von vier recht gut aussehenden Frauen, drei Monate lang durch Südfrankreich und Spanien zu reisen. Endziel Tarifa, der südlichste Festlandpunkt Europas.

Sein Kommentar: „Proscht Heiri“.

 

Er: Mindestens einer seiner Entzugserscheinungen mit einer Überdosis Windsurfen ein Ende zu setzen und zu diesem Zweck noch einmal am Gardasee als Surf-lehrer anzuheuern. Endziel: Surfcrack statt Saufwrack. Der Spruch beruht auf der Tatsache, dass er im Winter zu oft zu viel Jack Daniels wegdrückt.

Ihr Kommentar: „Ich wünsch dir nen trockenen Sommer“.

 

Dieser endet in punkto Beziehung mit einer deren Fortlauf gefährdenden (B)Trieb(s)-störung. Die bis zum Herbst frisch gezogenen Schweissnähte halten 6 Monate später einer letzten Zerreissprobe stand und erweisen sich seither als unzerstörbar. Ein Glück, das die Zusammengebrutzelten 15 Jahre später Nelson taufen werden. Der-weil wartet in Zürich noch immer ein mit einer SHV Nr. bedrucktes Papier auf einen Prüfungsstempel, das es zu seiner Beförderung zum amtlichen Ausweis braucht.

 

 

Alles ist kreisen wissen die Weisen und meiden deswegen gerade zu reisen

 

Wie Kermit versprochen machten wir uns nach geglückter Finanzsanierung im Frühjahr 84 auf die Suche nach seinem Geschwister. Es fand uns schon bald. Ein lokaler Orientteppichhändler verkaufte uns seinen achtjährigen VW Bus, dem wir in den folgenden 8 Jahren etwas über 100'000 Kilometer auf den Tacho hauen sollten. Die ersten brachten ihn und mich noch vor Ostern nach Torbole, an den Gardasee. Einige von den letzten brachten ihn und uns, natürlich über etliche Umwege und tausenden von umfahrenen Kreiseln, nach Interlaken. Aber gehen wir der Reihe nach.

 

Um auch „Blick“ Leser und „Gala“ Abonnentinnen für meine Geschichten zu sensibi-lisieren, damit sie nicht ausschliesslich von Sensimilisierten gelesen werden, von de-nen sie, zustandsbedingt, in der Regel auch geschätzt werden, greife ich zum proba-ten Mittel des Leserwettbewerbs mit Auflösungshilfe und Bekanntgabe des Haupt-preises am Schluss des Berichts. Und damit sofort zur Quizfrage.

 

Am Gardasee lernte ich 84 eine blonde Bellezza kennen. Als Hostess bei der Swissair war sie dem Fliegen schon damals beruflich verbunden. Sie ist es, und da zeichnet wohl eine Heirat die sie auf einen Schlag in die vordersten Ränge der Schweizer Freiflughistorik katapultierte mitverantwortlich, noch heute. An Skilehrerfortbil-dungskursen begegnete ich ihr immer wieder, dass wir aber eines Tages auf dem- selben „Bödeli“ glücklich würden, ahnten damals höchstens die Götter. Wie heisst Sie?

Im Sommer 84 surfte ich exzessiv, soff Mass-voll und flog homöopathisch, mit ande-ren Worten, viel zu selten. Das Fliegen schrie förmlich nach einem frischen Kick. Dieser kündigte sich durch ein Telefongespräch im Herbst gleich selber an. Der Olin bot mir seinen Rithner Piranha zum Kauf an, eine perfekte Kopie der damals ange-sagtesten Waffe, des UP Comet, mit im Doppelsegel integriertem schwimmendem Querrohr. Ich schlug zu. Im darauf folgenden Winter machte mir das Fliegen wieder unglaublich Spass. Der Leistungszuwachs war enorm, er kann ohne weiteres mit dem verglichen werden, den heute die Turmlosen gegenüber ihren Vorgängern vorweisen.

 

An Ostern 1985 luden wir unsere Sinker und den Drachen auf den inzwischen ru-dimentär mit einem Bett, einem Tisch und einem Zweiflammenkocher bestückten Bus und reisten nach Andalusien, wo wir den gesamten Sommer verbrachten. Auf-enthaltsort und –dauer wurde von Wind und Welle bestimmt, entweder hiess er Tarifa oder Canos de Meca. Kaum wurde aber der Levante von einer Ponientephase abgelöst, zügelten wir nach Vejer de la Frontera, wo man an einer 200mtr. hohen Krete wunderbar soaren konnte und mit ein bisschen Glück in Genuss einer beson-deren Rarität gelangte. Gegen Abend sandte das sich abkühlende Festland eine offshore Brise in Richtung temperaturstabiles Meer. Wenn nun dieser ablandige Wind in Vejer auf einen Resten Seabreeze traf, bildete das eine Konvergenz, durch die man manchmal unglaubliche Höhen erreichte. Andernorts, in El Bosque, das mitten in Andalusien liegt, lernte ich ein neues spanisches Wort kennen. „Restituçion“, tönt meiner Meinung nach viel eleganter als unser Pendant Umkehrthermik und benennt die abends einsetzende Wärmerückgabe des tagsüber von sengender Sonne extrem aufgeheizten Boden. Wie von Manolo, dem damals einzigen einheimischen Piloten empfohlen, startete ich dort nicht vor sechs Uhr abends. Obwohl schon spät, schaffte es die Thermik noch immer die Nadel meines analogen amerikanischen Varios sofort nach dem Start für längere Zeit an den Anschlag zu befördern, der bei 1000 ft/min lag, was ca. 5 mtr/sek entspricht. Es ging astronomisch hoch. So gegen halb acht / acht setzte dann besagte Restituçion ein. Der Himmel schien nur noch aus schwach steigender oder ruhender Luft zu bestehen. Man konnte riesige Landstriche höhen-verlustfrei überfliegen. Beim meinem ersten Flug in El Bosque genoss ich das bis zum Sonnenuntergang und verschwendete in meinem High keinen einzigen Gedanken ans Runterkommen. Erst als ich meine Augen zusammenkniff und versuchte aus der extremen Höhe unseren Bus zu lokalisieren, den die Silvia wie ausgemacht an den Landeplatz gefahren hatte, realisierte ich, wie dunkel es am Boden schon war. Ich zog den Bügel. Mit Erstaunen stellte ich fest wie ich, erstens, nur sehr spärlich Höhe vernichten konnte und zweitens, wie schnell ich dabei ermüdete. Um das zu ver-stehen, muss man wissen, dass die damaligen Geräte horrende Pitchwerte auf die Basis übertrugen, im Schnellflug begab sich der Pilot physisch auf Stufe Dauerklimm-zug. Mit Glück entdeckte ich den Bus, dessen Scheinwerfer dank Silvias Intelligenz die Landewiese zwar etwas erhellten, aber doch nicht genug, um mir deren Neigung zu zeigen. Die Landung wurde lang, extreeem lang. Wir bauten schnell ab, aus gegensätzlichen Gründen: 1. aus Hass auf die Mücken 2. dem Durst zuliebe.

 

In seiner Bar stellte Manolo drei Bier auf den Tresen, sagte „salud“ und „Hombre, gut bist du heute noch nicht geflogen, ich habe nämlich ganz vergessen dir zu sagen wo du fürs Runterkommen hinfliegen musst, und das zu wissen, kann hier sehr wichtig sein“! Über diesen Zwischenfall würde nur ein Dummer nur lachen. Als Halbdepperter, behaupte ich mal, lachte auch ich, aber nicht ohne eine Lehre daraus zu ziehen.

Was immer dir ein Local riet, vergass er wichtiges war’s Mist,

weil dir dann trotzdem noch geschieht, was andern schon geschehen ist.

 

Nach einem unvergesslichen Sommer bezogen wir wieder unser Winterquartier in den Bündner Bergen, wie gewohnt könnte man fast sagen, aber nicht ganz. Während des Sommers hatte ich nämlich bei der Skischule gekündigt um meine Schwünge in Zukunft als Privatskilehrer ziehen zu können. Die gleichen Bögen versprachen jetzt eine massiv bessere Rendite. An einem Montagmorgen im November 85 machte ich mich in Chur auf der AHV Zweigstelle selbständig, an einem Sonntagnachmittag im Januar 86 tat mein Delta in Valbella auf dem Parpaner Rothorn das Gleiche.

 

Nachdem sich an besagtem Sonntag der Morgennebel gelichtet hatte, nicht der die Berge verhüllende sondern der, der sich durch die Verdunstung von Jack Daniels in unseren Köpfen ausgebreitet hatte, beschlossen mein Freund Mario und ich, den leicht bis mässig angesagten Südwestwind für eine doppelte Lüftung zu nutzen, die unserer Schädel und die unserer Deltas. Oben angekommen war von mässig keine Rede. Es pfiff so saumässig, dass Schweine hätten soaren können. An solchen Tagen mussten wir unsere Kisten flach am Boden aufbauen. Am Schluss stellte man dann mit Hilfe des bei diesen Bedingungen unabdingbaren Starthelfers das fertig belattete und gespannte Gerät auf das Trapez und schraubte die vordere Unterverspannung an der Nasenplatte fest. Als wir das mit Marios Atlas getan hatten, hängte er sich ein und bereitete sich für den Start vor. Als Starthelfer hielt ich seinen Delta an der Unterverspannung fest. In diesem Moment vernahmen wir von rechts ein kratzendes Geräusch. Ooouh shit! Mein Piranha fing an, den steilen Starthang runterzurutschen. Ich konnte Marios Kiste unmöglich loslassen, das wäre mir im worst case locker als vorsätzliche Tötung ausgelegt worden. Und so sahen wir beide zu, wie mein Baby immer schneller werdend den Abhang runterrutschte. Nach ca. 15m hob es ab und schoss steil in den Himmel. Das Trapez wurde nach vorne geschleudert und einen kurzen Augenblick lang sah man einen unbemannten Delta ein Männchen fliegen. Im nächsten Moment stallte das Gerät und senkte kurz darauf seine Nase nach unten. Bedingt durch das abrupte Abkippen schnellte das Trapez wieder nach hinten, der Vogel fing ab, landete ziemlich genau wieder dort wo er Sekunden vorher schon gelegen hatte und blieb, ich schwöre es, wie von Geisteshand gehalten, dort liegen. Was für ein Riesenschwein. Nicht auszudenken was hätte geschehen können, wenn der Wind den Drachen höher hinauf befördert und von dort aus ins Lee gespuckt hätte, führt doch die Skipiste genau hinter dem Starthang durch. Ein Zuschauer stürzte sich instinktiv auf das Gerät und hielt es am Boden fest. Der Mann erhielt zuerst meinen Dank und sofort darauf folgend die Buchung als Starthelfer.

 

Eine Viertelstunde nach Marios Start zog es auch mich ohne einen einzigen Schritt tun zu müssen in die Senkrechte. Nachdem wir eine Weile in erstaunlich turbulenter Luft am soaren waren, wurde es plötzlich eigenartig ruhig. Trotz mässig gezogenem Bügel fehlte uns jetzt jeglicher Vorwärtsspeed. Im Gegenteil, im Rückwärtsgang stieg es mit ein bis zwei m/s in die wolkenlose, stahlblaue Atmosphäre. Zwei Tage später brachte ein Gespräch mit einem Segelflieger Klarheit. Mit unseren Kisten war uns ge-lungen, was andern nicht mal in Hawaaii, mit Board, Short und Sex Wax gelingt. Wir hatten (Swiss) Jaws gesurft, ein Monster von einer Welle mit Vornamen Föhn! Im Osten sah man den Piz Palü und den Piz Bernina mit dem unverwechselbaren Bianco-grat, im Westen die imposante Rückansicht der Berner Alpen mit dem majestätischen Hintern ihrer edelsten Vertreterin, der Jungfrau. Jahre später sollte ich täglich bestätigt bekommen, dass diese Jungfrau, im Gegensatz zu manch anderer, auch von vorne hält was sie von hinten verspricht.

 

Ich schwebte hoch wie nie zuvor, von kräuterinduzierten Flügen einmal abgesehen. Und Jahre sollten vergehen bis mich zuerst in Forbes Australien und dann noch ein-mal, Dutzende von Monden später, am Schwarzmönch im Berner Oberland, Aufwinde, beide Male rein thermischer Natur, so hoch ins Universum hievten, dass ich die Krümmung der Erde wahrzunehmen begann und dadurch auf einen Schlag zur Erkenntnis gelang, dass alle Menschen auf diesem Planeten Eins sind.

 

Diese Erkenntnis verband sich später, als ich schon lange im Besitz des Tandem-brevets war, mit einem Wunsch, an dessen Erfüllung ich noch am arbeiten bin. Ich möchte Bush, Blocher, Berlusconi und einige andere „Divisionäre“, deren Bestreben das Teilen ist, auf einen Tandemflug mitnehmen, bei dem es so hoch raufgehen müsste, dass sie, bedingt durch die dünnere Luft, nur halb so schnell sprechen könnten wie gewohnt und dadurch doppelt soviel Zeit zum Denken zur Verfügung erhielten. Dieser Umstand, gepaart mit der jetzt für sie selbst zu erkennenden Tatsache, dass die Erde rund ist, also endlich, nicht unendlich, sollte ein kleines Flämmchen zünden, das ihnen im Idealfall das Di von „Divisionär“ wegbrutzeln würde. Verliefe das Meiste wie von mir geplant, würden diese Herren als Visionäre landen und ihre Intelligenz und ihre Macht für den Rest ihres Lebens dem Einen widmen.

 

Und jetzt sofort zur Auflösungshilfe der Quizfrage und Bekanntgabe des Hauptpreises.

Der Vorname der Gesuchten fängt mit Cl an, hört mit a auf und teilt sich die Mitte mit einer deutschen Automarke. Mensch, nein, sie heisst nicht Clopela! Ich meine die Marke, die phantasielosen Jungunternehmern monoton aussehende, tiefer gelegte Serienkombis mit lächerlich breiten Walzen andreht und ihnen das Gefühl mitver-least, dass sie sich allein durch das Vorzeigen dieser Poserflunder zu Denen zählen dürfen, die es endgültig geschafft haben. Dafür kann die Gesuchte rein gar nichts. Was, ihr habt’s immer noch nicht gecheckt? Okay, letzte 2 Tips! Nennt man ihren Nachnamen im „Café de Paris“ auf dem Marktplatz in Anwesenheit des Garçon, so fragt dieser, „Blutorangen oder der Normale“? Und ihren Mädchennamen spricht des Försters Frau, wenn sie gefragt wird um zehn vor Zwei, wo wohl ihr Mann gerade sei.

 

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Der Gewinner wird ausgelost. Als Hauptpreis lockt ein Chäsbrätel inklusiv Bier und Überraschung am alljährlich im Lehn stattfindenden, einzigartigen Fest, dass von allen Connaisseurs der Gemütlichkeit so sehr geschätzt wird, und für das ich mir jetzt mal erlaube, im Namen Aller die schon mal da waren, der Gesuchten und ihrer Familie ein herzliches DANKE SCHÖN auszusprechen. Wir alle freuen uns schon riesig auf die nächste Ausgabe. Zusätzlich erlaube ich mir, ihr und ihrem sympathischen Mann ans Herz zu legen, mit allen hübschen Flugschülerinnen und Flugschülern schön fleissig Abwindstarts zu üben, damit diese beim traditionellen abendlichen Nacktfliegen auch sicher in die Luft kommen und wir alte Spanner und Spannerinnen am Boden endlich wieder einmal Pilotinnen und Piloten zu Gesicht bekommen, deren Körper, den neuen Kalotten angepasst, faltenlos und knitterfrei daherkommen.

 

by robi.caspani 2 b continued…

 

 

 

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